Schwimmen an Land – Wie die TB-Schwimmer/innen die ,,Schwimmbadlose“ Zeit überstanden haben | 09. Nov 2020

Als die Schwimmbäder am Anfang der Corona Pandemie geschlossen wurden, hat man sich bei den Schwimmern gefragt, wie man weiter trainieren kann. Eine berechtigte Frage. Denn um in Seen, Flüssen, oder anderen Gewässern zu schwimmen, war es im März noch zu kalt und an Land schwimmen, funktioniert ja bekanntlich auch nicht.

Bevor der Sommer den Startschuss für die Freiwasser Saison gegeben hat, musste also eine andere Lösung her, welche auch gefunden wurde: Andere Sportarten betreiben.

Was für manche ein ungewohnter Schock war, ist für andere eine willkommene Abwechslung zum Bahnen ziehen gewesen: „Es war sehr schön mal andere Sportarten aktiver betreiben zu können, wie zum Beispiel Rad zu fahren, zu Laufen oder Krafttraining zu machen. Trotzdem hat einem das Schwimmtraining gefehlt.“ Findet der 15 Jahre alte Marcos Alvarez-Fischer, der zu den besten bayerischen Langstrecken Schwimmern seines Jahrgangs gehört.

Marcos Alvarez-Fischer beim ”Corona-Training" im Baiersdorfer Weiher. © Fischer

Gefehlt hat allerdings nicht nur das tägliche Schwimmen, sondern auch die Teamkollegen und die Trainer Domenik Erlwein und Roland Böller, die bis zum Lockdown teilweise mehrmals täglich am Beckenrand standen und den Athleten Techniktipps gegeben haben und sie motivierten. ,, Es schränkt einen schon ein, ohne Trainer und ohne Mannschaft zu trainieren, allein schon, weil es mit der Mannschaft und Trainer mehr Spaß macht und weil man motiviert wird, wenn man nicht so gut drauf ist“, findet die 17 jährige Bundeskaderathletin Annalena Wagner: ,, Das Ganze wirkt sich natürlich auch auf die Trainingsergebnisse aus.“

Annalena Wagner © Wagner

Domenik Erlwein hat aber auch für dieses Problem eine Lösung gefunden: Krafttraining in der Videokonferenz. Es ist Zwar nicht das Selbe, wie wenn man zusammen im Kraftraum ist, allerdings ist es besser, als sich alleine durch das Krafttraining zu quälen, findet Paula Grießinger, eine 14 jährige Schwimmerin aus Fürth, die seit etwa 2 Jahren in Erlangen trainiert: ,, Ein Vorteil ist natürlich gewesen, dass man das Krafttraining bequem von zu Hause aus machen konnte und nicht ins Röthelheimbad fahren musste. Allerdings war die Internet Verbindung nicht immer die Beste und es wurde auch mal die Kamera ausgemacht. Es war besser, als komplett alleine zu trainieren, aber etwas völlig anderes, als wenn man zusammen am selben Ort trainiert.“

Paula Grießinger nach dem Training im Freibad. © Grießinger

Als es dann wärmer wurde und das Training im Freiwasser, wenn auch nur mit Neoprenanzug, wieder möglich war, eröffneten sich den Schwimmern wieder neue Möglichkeiten. Auch dass man sich wieder mit einer Person treffen durfte, machte das Training um einiges leichter und man konnte dem ,,Corona- Training“ etwas Gutes abgewinnen. Zum Beispiel flexible Trainingszeiten. Trotzdem ist die Situation noch weit weg von perfekt gewesen.

Mit dem Wiederbeginn der Schule, hatte auch das Training im Becken wieder angefangen. Während die Bundes- und Landeskaderathleten wieder in die Halle durften, trainierten die anderen Sportler unter freiem Himmel im Freibad weiter. Einige Wochen später, durften, wenn auch nur eingeschränkt, die Nicht-Kaderathleten ebenfalls wieder in die Halle. Für die Schwimmer, die es im Freiwasser nicht gemocht haben, war die Wiedereröffnung der Bäder eine langersehnte Rettung.

K.Graef