Mallorca 2026: Von Sturmböen, Eseln und dem perfekten Windschatten
- Autor: Katrin Faber
- Veröffentlicht am 01/05/2026
- Abteilung: Triathlon
- Lesezeit etwa 1 minute
„Malle ist nur einmal im Jahr!“ – Getreu diesem Motto machten wir uns vom 14. bis 28. März auf den Weg nach Can Picafort (nordöstliches Mallorca). Dank der hervorragenden Organisation von Hannes Hawaii Tours unter der sportlichen Leitung von Utz Brenner fanden wir im Hotel (fast) perfekte Bedingungen vor, um die Basis für die kommende Triathlonsaison zu legen. Während Jonas & Eva, Eva & Christian, Lisa und Mariam die vollen zwei Wochen durchzogen, verstärkten uns Tom und Frank & Kersten vom TV Erlangen (Woche 1) sowie Martin, Steffi, Christine und Heimo (Woche 2) für jeweils eine Woche.
Woche 1: Windschatten, Esel und ein „Ersatzrad“
Der Start war stürmisch! Doch von den Böen ließen wir uns die Laune nicht verderben. Zum Einrollen am Sonntag, den 15.3., ging es Richtung Alcúdia zur „Mad Donkey“-Farm. Esel streicheln als mentale Vorbereitung auf die Berge – ein entspannter Kontrast zu dem, was noch folgen sollte.
Besonders kurios startete Tom in die Zeit: Er nahm die Vorbereitung so ernst, dass er sicherheitshalber gleich zwei Mieträder reserviert hatte. Ob er eines als Ersatzteillager oder einfach für die doppelte Watt-Leistung wollte, blieb sein Geheimnis, sorgte aber für reichlich Lacher beim (letzten) Espresso.
In der ersten Woche jagte ein sportliches Highlight das nächste: Den Auftakt machten Lauf-ABC bei Sonnenaufgang und Ausfahrten ins Landesinnere, die uns inklusive charmanter „Entdeckungstouren“ durch urige Einbahnstraßen-Dörfer wie Muro direkt ins Mallorca-Feeling katapultierten. Nach frühen Schwimmeinheiten um 7:00 Uhr und dem Anstieg zum Kloster Betlem, folgte am Donnerstag, den 19.3., das beliebte Koppeltraining, oder alternativ die erste große Etappe durch die duftenden Orangenplantagen nach Valldemossa. Gekrönt wurde die Woche am Freitag, den 20.3., durch die Fahrt zum Cap Formentor bei bestem Wetter, wobei die ganz „Hungrigen“ noch einen Umweg über das östliche Tramuntana-Gebirge für zusätzliche Höhenmeter zur „Tanke“ einbauten.
Profi-Betreuung und volle Flexibilität
Unter der professionellen Leitung von Utz Brenner und seinen Guides, die immer ein offenes Ohr für uns hatten, genossen wir nicht nur perfekte Führung über die ganze Insel, sondern auch interessante Vorträge über Lauf- und Schwimmtechnik, zyklusbasiertes Training und Atmung. Innerhalb unserer Gruppe konnten wir uns voll auf Christians Fürsorge verlassen – er hielt bei den Ausfahrten die Truppe zusammen und hatte immer ein Auge darauf, dass alle gut und sicher ans Ziel kamen.
Das Programm war gewohnt intensiv, ließ aber jedem seinen Freiraum:
- Schwimmen: Wer wollte, konnte täglich 1-2 Mal ins Becken. Ob organisierte Sessions oder freies Schwimmen.
- Laufen: Schon am ersten Trainingstag starteten wir mit einem Lauf in den ersten Sonnenstrahlen an der Uferpromenade. Später folgten Trailruns im nahe gelegenen Pinienwald oder Koppelläufe für diejenigen, die nach dem Radfahren noch nicht genug hatten.
- Rad: Die Highlights waren vielfältig – vom Kloster Betlem über die wunderschönen Orangenplantagen bei Valldemossa bis hin zum „Coffee Ride“ der Ruhetag-Verweigerer (Jonas, Tom und Eva), während die anderen beim Yoga regenerierten.
Woche 2: Die große Königsetappe
In der zweiten Woche stießen nicht nur Martin, Steffi und Christine dazu, sondern auch Heimo verstärkte unser Team. Nach dem Einrollen auf dem brandneuen Asphalt bei Orient (22.3.) und dem obligatorischen Ritt zum San Salvador (24.3.) folgte der „Tag der Wahrheit“:
Die große Königsetappe am Mittwoch 25.3.: Über Bunyola und den Coll de Sóller arbeiteten wir uns zum Puig Major vor. Die ganz Fleißigen stürzten sich die Serpentinen nach Sa Calobra hinunter, nur um sie direkt danach wieder hochzudrücken. Über die östliche Tramuntana ging es mit brennenden Waden zurück nach Can Picafort – ein wirklich epischer Tag im Sattel, der unvergessen bleibt!
Ein Cap ganz für uns allein
Ein besonderes Kapitel schrieb die „Regen-Crew“ am Donnerstag: Während die meisten die Beine hochlegten, wollte Steffi unbedingt zum Cap Formentor. Begleitet von Eva, Jonas und Martin trotzten sie dem Wetter. Belohnt wurden die vier mit einem fast menschen- und autoleeren Cap – ein magischer Moment, den man bei strahlendem Sonnenschein so kaum erlebt, weil man sich die Straße normalerweise mit hunderten anderen teilt.
Fazit: Beine leer, Akkus voll
Zum Abschluss ließen wir es am Freitag und Samstag ruhig angehen. Das gemeinsame Ausrollen führte uns zur offiziell gekürten besten Eisdiele der Insel in Platja de Muro.
Die Bilanz der zwei Wochen (Triathleten lieben bekanntlich Daten):
- Dauer: 14 Tage (davon Trainingstage offiziell 10; Ruhetage: eigentlich 4…)
- Kilometer/Höhenmeter: 1 Woche ca. 600km/6500hm, 2 Wochen bis zu 1300km/14.000hm
- Anzahl Bananen: 196
- Anzahl Gels/Riegel: 534
- Kilo Zucker: ca. 120 kg (im 2:1 Verhältnis natürlich!)
- Beste Betreuung: Utz Brenner & das Hannes-Hawaii-Team & Christian
- Highlights: Orient, Sa Calobra, Puig Major, Cap de Formentor u.v.m.
- Wetter: 85% Sonne, 14% Sturm, 1% Regen
- Kuriosität: Toms Zwei-Rad-Fuhrpark.
- Ohrwurm: Orient-Express von Trimigos feat. Freundeskreis Rote Beete
- Teamgeist: 100% – vom gemeinsamen Dehnen bis zum Fachsimpeln am Buffet.
Egal ob eine oder zwei Wochen – wir kommen mit braungebrannten Radlerwaden und Ellebogen und viel Vorfreude auf die ersten Wettkämpfe nach Hause. Mallorca, wir sehen uns 2027!
Stephanie L.